Uns allen ist der legendäre König Krösus bekannt. Krösus war König des Vorderasiatischen Königreiche Lydien und lebte ca. 590 v Christus. Lydien lag in der heutigen Türkei, gegenüber der Küsten von Lesbos und Samos. Krösus war für seinen Reichtum bekannt, galt als vermögendster Mann seiner Zeit. Eines Tages befragte er das delphische Orakel des Apollon, ob er das sich stärker ausbreitende Perserreich des Königs Kyros angreifen solle. Diese Befragung ging sogar eine intensive Untersuchung, der in dieser Zeit bedeuteten Orakeln hervor. Das Orakel von Delphi prophezeite „wenn Du den Halys überschreitest, wirst du ein großes Reich zerstören“. Von dieser Prophezeiung ermutigt, schritt Krösus in den Kampf – und verlor! Krösus entging knapp den Scheiterhaufen und sein Reich zerbrach. Das Orakel hatte allerding recht, den es ging um das Reich des Krösus, welches durch den Angriff zerstört wurde. Wir können dies als eines der ältesten überlieferten Beispiele für Missverständnisse durch schlechtes, weil selektives Zuhören einordnen.

Wir hören nur, was wir hören wollen. Wir hören den Inhalt, der unseren Wunsch bestätigt. In der Kognitionspsychologie nennt man dies auch den Bestätigungsfehler.

Hätte Krösus innegehalten und den Spruch des Orakels in einer Haltung von Wertfreiheit und Akzeptanz aufgenommen, so wäre ihm vielleicht die Idee gekommen, dass dieser keine positive Voraussicht, sondern eine Warnung darstellt. Überspitzt formuliert verlor Krösus alles, weil er nicht gut zuhörte,. Das selektive Hören ist jedoch nicht nur reichen Herrschern der Antike vorbehalten Es ist eine weiterhin zutiefst menschliche Eigenschaft, die uns Tag für Tag in große Schwierigkeiten stürzt.

Selektives Zuhören – Legende von König Krösus

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